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Historische Stätten in Epirus

Sarkophag in Nilopols




Der Acheron und das Nekromanteion bei Ephyra

Photo des Totenorakels Nekromanteion Das Tor der Unterwelt, des Schattenreiches, des Hades: Es öffnet sich im Tal des Acheron 48 km nordwestlich von Preveza bei dem Dorf Mesopotamos und dem antiken Ephyra auf einem Hügel am heute ausgetrockneten Acherousia-See, in den drei Flüsse flossen: der Acheron, der Pyriflegethon ( heute Vovos) und der Kokythos (heute Mavros). Hier befindet sich das Nekromanteion (gr. nekros =Toter, gr. manteio= Orakel) zu deutsch Totenorakel. Es ist überliefert, dass Besucher aus aller Welt zu diesem Orakel strömten, um dort mit den Seelen der Toten zu kommunizieren. Denn in der Antike bestand der Glaube, dass die unsterblichen Seelen der Toten die Zukunft zu sehen vermochten und unter bestimmten Voraussetzungen und an bestimmten heiligen Orten die Sterblichen mit ihnen in Verbindung treten und an Ihrem Wissen teilhaben konnten. Ein solcher heiliger Ort war das dieses Totenorakel. Was heute von der im 3. Jahrhundert vor Christus errichteten Anlage erhalten ist, ist der untere, aus schwerem Polygonalmauerwerk bestehende Teil bis in eine Höhe von über 3 Meter. Die Wände darüber bestanden aus Lehmziegeln mit Fachwerk. Man muss sie sich dazudenken, will man heute das Heiligtum vor seinem geistigen Auge sehen. Auch dazudenken muss man sich schwere Bronzetüren, die die labyrinthischen Gänge abschlossen. Es handelt sich um einen 62,4 m x 46,3 m großen Gebäudekomplex. Sein Eingang befindet sich auf der Nordseite. Der Weg der Fürbitter führte über einen Vorhof mit Priester- und Pilgerräumlichkeiten. Ein enger Korridor, gesäumt von verschiedenen Räumen, führt außen um den eigentlichen Kultsaal herum. Hier wurden die Pilger mit rituellen Waschungen, speziellen Speisen und berauschenden Getränken auf die Begegnung mit den Toten vorbereitet. Es folgt ein labyrinthischer Eingangsbereich, einst verschlossen mit mehreren schweren Bronzetüren, und endlich gelangt man in den dunklen 22m x 22m großen Kultraum, den 3,3 m dicke Mauern umgeben. Dieses Zentrum des Heiligtums ist in drei Räume unterteilt. Unter dem mittleren Raum befindet sich ein unterirdisches Tonnengewölbe, das in das Kalkgestein hineingebaut worden ist. Zu ihm führt heute eine steile Eisentreppe hinab. Im Kultraum fand hinter den mächtigen Mauern die unheimliche Begegnung mit den Toten statt. Im Tonnengewölbe darunter saßen die Priester und hörten durch die Gewölbedecke aus porösem Kalkstein die Anliegen der Ratsuchenden. Letztere hörten die Antworten auf ihre Fragen aus dem Boden heraus, aus der "Unterwelt" aufsteigen. Außerdem erschienen ihnen die "Toten". Das wurde durch eine Art Flaschenzugmechanismus möglich. Bei den Ausgrabungen wurden die dafür benötigten Zahnräder entdeckt. Über den Fundamenten des Nekromanteion sind heute die Reste einer frühchristlichen Basilika zu sehen.

Der Acheron ist einer der fünf Flüsse, die das Reich des Hades durchströmen. Ihn überqueren die Toten beim Nekromanteion vom Fährmann Charon transportiert um in das Totenreich zu gelangen. Höhlen, Erdspalten und tiefe Schluchten gelten in der Antike als Eingang zur Unterwelt. Die Quellen des Acheron befinden sich in der Nähe des Ortes Gliki. Von diesem Ort aus kann man im Flussbett zu ihnen hinauf wandern bzw. streckenweise schwimmen. Tut man dies, so mag man fast an die antike Bedeutung dieses Flusses glauben. Geheimnisvoll blubbern Quellen plötzlich einmal vom Grund empor, dann wieder aus einer Felsspalte am steinigen Ufer. Stellenweise schlängelt sich der Acheron durch hohe Felswände, so dass selbst um die Mittagszeit kein Sonnenstrahl in sein Bett dringt.



Kassope

Photo von Kassope Von Paramithia kommend muss man sich für die landeinwärts verlaufende Straße anstelle der küstennahen entscheiden, will man das archäologische Gelände von Kassope besuchen. Etwa 8 km nach der Abzweigung nach Ekklisies und 5 km vor Archangelos zweigt eine Straße nach links nach Zaloggo ab. Dieser Straße folgt man, um mitten in einem schönen,hohen Nadelwald einen Parkplatz zu erreichen, von dem aus man in 5-10 Minuten zu Fuß zum Tor des Ausgrabungsgeländes gelangt.

Geradezu atemberaubend ist die Lage der auf einem etwa 600 m hoch gelegenen terrassenartigen Bergabsatz errichteten antiken Stadt mit Blick weit über die Küstenebene des Golfs von Nikopolis. Kassope entstand kurz vor der Mitte des 4. Jh. v. Chr. Gut erhalten ist das rasterförmige Straßensystem mit seinen zwei Hauptachsen in Ost-West-Richtung und, im rechten Winkel dazu, kleineren, den Berg ansteigenden Straßen in Nord-Süd-Richtung. Auf den resultierenden einheitlichen, langrechteckigen Bebauungsflächen standen zweireihige Wohnblocks mit bis zu 16 Reihenhäusern. Es gab einen Hauptplatz mit einem Gemeins schaftsbau. Im Süden liegt ein Verwaltungsgebäude (Prytaneion). Dahinter steht ein ursprünglich zweistöckiges Gebäude von ca. 3 m Seitenlänge, in dem man ein Marktgebäude oder Gästehaus vermutetee.

Es gab auch ein Theater. Reste davon sind deutlich zu sehen, obgleich sie schon sehr überwuchert sind.

Vom Plateau der antiken Sadt aus sieht man im Osten auf einer Bergspitze das 1954 errichte Denkmal von Zalongo. Es erinnert an den vergeblichen Aufstand der Bewohner von Souli und Kiafa gegen die Herrschenden in Ioannina. 1803 fielen die Truppen Ali Paschas ein. 6 Männer und 22 Frauen wählten den Freitod und sprangen an der steiltsten Stelle des Felsens in die Tiefe um der Gefangenschaft zu entgehen.




Nikopolis Photo von Nikopolis

Wir sind überrascht von der Weitläufigkeit der Areals. Ein teils von den eindrucksvollen Resten der Stadtmauer begrenzter Teil ist abgeschlossen. Für die Besichtigung wird Eintritt erhoben. Darin ist auch der Besuch des kleinen Museums enthalten. Man kann jedoch auch von außen die Stadtmauer hochsteigen und hat auch von hier einen schönen Blick auf das Gelände, wenn auch nicht so detailliert, wie wenn man hingeht. Weitere Teile der Ruinen, wie z. B. einige Basiliken und der Aquädukt liegen ohnehin außerhalb des umzäunten eintrittspflichtigen Besichtigungsgeländes und sind weit in der Landschaft verteilt.

Nikopolis wurde 31 v.Chr. anläßlich des Sieges der Flotte Oktavians (des späteren Kaisers Augustus) bei Aktion (lateinisch Actium) gegründet. Dieser Sieg war die Grundlage für die fast 45-jährige Herrschaft des ersten römischen Kaisers. Bewohner aus der ganzen Umgebung wurden zwangweise in diese Siegesstadt umgesiedelt, die alle Annehmlichkeiten wie Wasserleitungen, Brunnen, Thermen, Theater, Odeion und Circus bot und von einer Stadtmauer umgeben war. Diese Umsiedlungsaktion bedeutet unter anderem auch das Ende für das nahe Kassope.

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